Jahrestreffen 2011


Bericht über das 4. Jahrestreffen
I F A    Internationaler Freundeskreis Astrologie
vom 02.06.2011 - 05.06.2011 in Speyer

Zum 4. Mal haben sich Astrologen zum Austausch in Speyer eingefunden. Wie auch schon in den Jahren davor gab es ein vielseitiges Programm mit 15 interessanten Vorträgen.

So sprach u.a. Dr. Christoph Schubert-Weller (1. Vorsitzender DAV) in anschaulicher Weise über den “Vertex” (entdeckt 1920), als Aszendent der Seele.

Ein spannender Beitrag von Dr. Bernhard Firgau (DAV) widmete sich der politischen Intrige um Kaspar Hauser. Seine hervorragende recherchierte historische Darstellung, wie auch der bis in die Neuzeit reichenden Untersuchungen wurden astrologisch sondiert und in astrologisch überzeugender Weise bestätigt. Es war so überzeugend ausgearbeitet, dass man meinte, diese Personen gekannt zu haben.

Margarethe Laurent-Cuntz
zeigte an einem “Horoskop – einer beachtenswerten Persönlichkeit” einmal mehr wie genau man mit den klassischen astrologischen Methoden aus einem Radix die persönliche Struktur erarbeiten kann. Sie hielt einen zweiten Vortrag über Antiscien – Spiegelpunktstellungen in der Ordnung des Kosmos – immer wieder mit grossem Erfolg.

Christoph Odendahl (DAV) trug mit Erfolg sehr ausführlich seine Abhandlung über Genetik in der Astrologie vor. 

Für den im April 2010 verstorbenen Eric Weil, trug seine Witwe Susi Weil den noch von ihm ausgearbeiteten Vortrag über Hermann Hesse, mit Schwerpunkt auf den Siebener-Rhythmus, mit Unterstützung von Brigitte Strobele vor.  

Ute Flörchinger
(2. Vorsitzende DAV) trug anschaulich und mit viel Begeisterung zum Thema astrologische Symbole in der bildenden Kunst vor.

Andrea Moutty
sprach mit Elan über “Erfolgreiches Handeln” astrologisch gesehen über die Entwicklung der Häuser 1 bis 3.

Den medizinischen Teil übernahm Rita Rauchalles (DAV)mit dem Aufzeigen der Dispositoren im Horoskop für Gesundheit und Krankheit.

Über das “Neumondhoroskop vor der Geburt”, eine Technik die in der ÖAG in Wien in den 1980er Jahren von Sándor Belcsák eingeführt würde, referierte Brigitte Strobele (Präsident der ÖAG, Wien) anhand von aktuellen Beispielen, u.a. am Horoskop von Jörg Kachelmann, über die exakten Auslösungen von Ereignissen.

Ullrich Siebecker
(DAV) zeichnete mit grossem Erfolg den Zusammenhang zwischen dem Crowley-Tarot und der Astrologie auf.

Rold Liefeld (DAV) sprach ausführlich dargestellt über sein Lieblingsthema Neues aus dem Bereich jenseits des Neptun.

Thomas Weyer-Eberling
(DAV) trug mit gewohnter Gründlichkeit seinen interessanten Vortrag über die Grenzwertigen Stopp-Schilder am Himmel vor.

Dr. Reinhardt Müller berichtete sehr lebhaft über das Quindezil – der 165° Aspekt. Den 15. und Schluss-Vortrag hielt

Dieter Giesewski
über die Sensitiven Punkte in der Stundenastrologie.


Am Vortag der Tagung fand mit grossem Erfolg mit Ulrich Siebecker (DAV) ein ca. 5-stündiges Seminar statt mit dem Thema: Die Bedeutung der rückläufigen Planeten im Radix.

Nach den Vorträgen sassen viele der Referenten und Teilnehmer im Garten zusammen in den schönen  Sommernächten und diskutierten Heiteres und Ernstes.

Es war ein gelungenes und harmonisches Zusammentreffen.

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Das 5. Zusammentreffen wieder in Speyer ist vom 15.-17.06.2012, und
am 13.06.2012 mit Rita Rauchalles und
am 14.06.2012 mit Ulli Siebecker
jeweils ein ca. 5-stündiges Kurzseminar.


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Helga Sobek  - 27.07.2011

Info/Anmeldung:
Helga Sobek, Karlstr. 106, 40210 Düsseldorf,
Tel. 0211-359666 –
email: helga.sobek@gmx.de  www.ifa-astrologie.de.
  

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von Rolf Liefeld, München
02.06.2011


Das diesjährige Treffen des Internationalen Freundeskreises Astrologie IFA vom 03. bis 05. Juni war von besonders hochkarätigen Vorträgen, aber auch einer sehr guten Stimmung geprägt.

Organisiert hat das Treffen wieder Helga Sobek, und über eine gelungenen organisatorischen Ablauf lässt sich wohl kaum ein größeres Lob sagen, als dass alles reibungslos und zur Zufriedenheit aller funktionierte. Die Arbeit, die gerade im Vorfeld aber auch während einer solchen Veranstaltung von nur einer einzelnen Person zu leisten ist, kann gar nicht genug gewürdigt werden.


Der Reigen der Vorträge wurde durch Dr. Bernhard Firgau eröffnet, der uns alle zu Komplizen seiner Verschwörungstheorie um Kaspar Hauser machte und überzeugend mit astrologischen Argumenten darlegte, dass er der letzte männliche Nachkomme der badischen Zähringer-Dynastie war.

Margarethe Laurent-Cuntz hatte heuer zu Recht zwei Vorträge übertragen bekommen: wer sonst ist in der Lage, in einer derart strukturierten und - bei aller Trockenheit der Materie - spannenden Art über die Gesetze der Zwei, Drei und Vier im Tierkreis zu erzählen, und auch der zweite Vortrag über die Spiegelpunkte als den "geistigen Urkräften jenseits des Materiellen" zeigte, dass auch astrologische Grundlagenthemen Freude machen können. Sehr schade, dass von ihr bis heute keine Bücher existieren!

Ute Flörchinger war dieses Jahr erstmals auf der IFA als Referentin, und hat durch ihre Einblicke in die astrologische Symbolik in Renaissance-Gemälden begeistert. Dass in Da Vincis "Abendmahl" astrologische Anspielungen drin sind, wussten ja wohl die meisten, aber die Hochzeit der Astrologie jener Tage inspirierte noch viel mehr Maler, sei es offen oder versteckt, ihre Kunstwerke als verschlüsselte astrologische Botschaften zu gestalten.

Den abschließenden Vortrag des ersten Tages hielt Dr. Christoph Schubert-Weller, der sehr gekonnt mit dem Vertex jonglierte und dadurch zeigte, dass er nicht nur einer der vielen neuen Punkte im Horoskop ist, die eher Verwirrung stiften als neue Informationen zu bieten. Sondern er wies am Leben Mozarts nach, dass der Vertex, Anzeiger für bestimmte Talente, Begabungen, aber auch Sehnsüchte des Menschen, einen wesentlichen Schlüssel zum Verständnis eines Horoskops liefert.


Nachdem Reinhardt Stiehle (vom Chiron-Verlag) die Teilnehmer gleich ab Samstag früh mit seinem überreich gedeckten Büchertisch empfing,

wurde die Tagung
durch den Vortrag von Christoph Odendahl fortgesetzt, und wer bis dahin glaubte, dass Genetik und Astrologie nichts miteinander gemeinsam hätten, wurde hier schnell eines Besseren belehrt.

Anschließend wies Brigitte Strobele, Präsident der ÖAG, Wien,  nach, dass das vorgeburtliche Neumondhoroskop ein wertvolles prognostisches Instrument darstellt, das auch Aussagen zu Lebensereignissen liefert, die aus Transiten und Direktionen des Radixhorskops allein nicht oder nicht so detailliert deutbar wären.

Einen Gast aus "anderen Sphären" meinten die Teilnehmer anschließend im Raum zu haben, denn Susi Weil hielt, unterstützt durch Brigitte Strobele, den letzten, bisher unveröffentlichten Vortrag ihres voriges Jahr (April 2010) verstorbenen Mannes Eric Weil. Dies ließ die Erinnerung an seinen lebendigen Vortragsstil wieder aufleben und brachte uns gleichzeitig Hermann Hesse astrologisch näher.

Einen sehr erfrischenden Blick auf die ersten drei Häuser vermittelte Andrea Moutty aus Saarbrücken in ihrer mitreißenden lebhaften Art, auch sie war erstmals auf der IFA, doch alle Zuhörer waren sich sicher, auch im kommenden Jahr wieder, dann über die weiteren Häuser, hören zu wollen.

Astromedizin ist die astrologische Domäne von Rita Rauchalles, und jeder der Anwesenden bestätigte, dass dies der beste Vortrag von ihr war, den sie bislang gehört hatten: er machte Appetit auf mehr, hoffentlich im kommenden Jahr!

Ullrich Siebecker entführte die Anwesenden in die Gründe und Abgründe, die sich bei Aleister Crowley und seinem faszinierenden Tarot auftun und warf ein kleines Schlaglicht darauf, wie dicht der Symbolgehalt dieses Kartendecks ist. 

Den Abschluss dieses zweiten Seminartages bildete ein Ausblick auf zwei vor erst kurzer Zeit entdeckte transneptunische Himmelskörper, Varuna und Quaoar. Rolf Liefeld konnte anhand einer Fülle von Horoskopbeispielen - von Luther bis Guttenberg - nachweisen, dass diese Groß-Asteroiden zu astrologischen Hauptdarstellern werden können, wenn sie exponiert stehen.


Am Sonntag begann der Vortragsreigen mit Thomas Weyer-Ebeling, der der durchaus nicht trivialen Fragestellung nachging, wo denn tatsächlich die Grenzen der Tierkreiszeichen oder der Häuser sind: eine sehr bedeutende Frage, wenn man bedenkt, dass es auch heute noch kein Häusersystem gibt, das alle Astrologen gleichermaßen als verbindlich und stimmig ansehen.

Dr. Reinhard Müller begab sich auf echtes Neuland in seiner überzeugenden Herleitung der Bedeutung des Quindezils (165°). Er nahm die Angst davor, sich mit den Themen der Bewusstwerdung des Schattens zu beschäftigen und zeigte anhand dieses Aspektes die Möglichkeit, auch bisher noch nicht gelebte Bedürfnisse zu erkennen und zuzulassen.

Den Abschluss der diesjährigen Vortragsreihe bildete Dieter Giesewski mit dem Einblick in die Anwendung eines von ihm entwickelten Systems sensitiver Punkte in der Stundenastrologie, das sich vor allem nutzen lässt, um den weitern zeitlichen Verlauf des zu deutenden Ereignisses abzuschätzen.

Die Vielfalt des Themenspektrums und die Kompetenz der Referenten lässt zukünftig einen erweiterten Teilnehmerkreis wünschenswert erscheinen.
Der gemütliche Rahmen der Speyerer Tagungsstätte bringt bald jeden, der einmal dabei war, dazu, gern wiederkommen.

Die IFA-Tagung ist eine Veranstaltung mit Suchtpotential, allerdings nur mit angenehmen Nebenwirkungen!

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Eine Nachlese von der Teilnehmerin
Mouna Rappold:

 

Liebe Frau Sobek,

hier meine persönlichen Eindrücke zum IFA-Jahrestreffen 2011: alles sehr gelungen! Toll, was Sie da wieder auf die Beine gestellt haben. Die Mühen, die es kostet, mich während des laufenden Semesters von meinen Unterrichtsverpflichtungen und sonstigen Arbeitseinsätzen loszueisen, haben sich jedenfalls vollauf gelohnt.

 

Schon das Vorseminar war aus meiner Sicht fulminant. Zwar wollte mich Ullrich Siebecker gewissermaßen mit dem falschen Fuß loslaufen lassen (was natürlich nicht funktionierte, das haben er und ich später in einem kurzen Gespräch geklärt), aber die von ihm vorgezeichnete Richtung stimmte - und so setzte ich seine Horoskopdeutung, „luftig kommunizieren“ zu sollen, während meines gesamten Speyer-Aufenthaltes in für mich untypischer Weise munter um.

 

Dann waren da die beiden wunderbaren Vorträge von Margarethe Laurent-Cuntz. Ehrlich, ich verzeihe ihr gerne, wenn sie überzieht. Das ist zwar nicht die feine englische Art den anderen Referent/inn/en gegenüber, aber was mich betrifft, so könnte ich ihr problemlos den ganzen Tag zuhören. Es geschieht einfach zu selten, dass profundes Wissen, Begeisterungsfähigkeit, Charisma und rednerisches Geschick eine so glückliche Verbindung eingehen wie bei ihr; davon zehrt man dann den Rest des Jahres, wenn wandelnde Schlafpillen, die ihren Dogmatismus hinter titellastigem „Expertentum“ verbergen, jedes noch so interessante Thema kaputt nuscheln. Auch die offenkundige Liebe der Referentin zu den Werken von Kunst, Architektur, Literatur und Musik sowie ihre einfühlsame Wiedergabe von Künstlerbiographien machen ihre Vorträge zu einem Erlebnis.

 

In reizvollem Kontrast hierzu: Andrea Moutty über die Entwicklung der Häuser 1-3. Für mich persönlich eine wichtige Anregung, meine Sprache auf den Feldern „ich will“, „ich habe“ und „ich kommuniziere“ zu überdenken. Wie oft ich schon (aus purer Angst vor dem Fassen und Artikulieren klarer Ziele) jene von ihr aufgezeigte „Oppositionsrhetorik“ betrieben habe, mag ich gar nicht ausdenken!

 

Auch Rita Rauchalles’ „Astromedizin“ hat mir Wissenswertes vermittelt: So hatte ich als medizinische Laiin bisher nie etwas von einem „dreifachen Erwärmer“ gehört. Ihre Unterlagen über die Körper-Entsprechungen der Planeten und die Meridian-Uhr sind für mich wertvoll.

 

Weiter gut gefallen hat mir Rolf Liefelds Neuauflage über Transneptunier - bzw. das, was ich davon mitbekam. Wirklich schade, dass sein Referat nicht die verdiente Aufmerksamkeit erhielt! Es waren einfach zu viele Beiträge an diesem (sehr heißen) Tag.

 

Ausgesprochen spannend fand ich die Einlassungen von Dr. Reinhard Müller über Quindezile, insofern, als er dieses für mich neue, daher wissenswerte Thema mit seiner ruhigen und doch witzigen Art sachkundig zu vermitteln wusste und darüber hinaus Denkanstöße zum Wesen der scheinbar sattsam bekannten Oppositions-, Trigon- und Quinkunx-Aspekte lieferte.

 

Eigentlich alle, die vorgetragen, ihre Zeit und ihre Kenntnisse unentgeltlich zur Verfügung gestellt haben, verdienen es, lobend erwähnt zu werden: Ute Flörchinger über die astrologischen Symbole in der italienischen Renaissancekunst, Dr. Bernhard Firgau über Kaspar Hauser, usw. usw.

 

Besondere Anerkennung verdient Susi Weil, die das astrologische Vermächtnis ihres Mannes wach hält. Ich möchte sie an dieser Stelle grüßen und ihr sagen, dass ich die gemeinsamen Unterhaltungen am Frühstückstisch genossen habe. Ein Highlight: das Hesse-Gedicht „Bücher“, mit dem ich ohne ihren Vortrag vielleicht nie in Berührung gekommen wäre.

 

Mein tiefster Dank aber gilt Ihnen, liebe Frau Sobek, für all Ihre „Mühen und Plagen“ bei der Planung und Durchführung dieses Treffens. Ich wage mir nicht auszumalen, was Sie davor, währenddessen und danach am Hals hatten! Dennoch gebe ich meiner Hoffnung Ausdruck, dass solche Tagungen auch in Zukunft stattfinden werden. Die Gelegenheit, interessante Leute in überschaubarem Rahmen wieder zu treffen oder kennen zu lernen, die Auseinandersetzung mit Grenzgebieten des Wissens gemeinsam mit Gleichgesinnten und der daraus zu gewinnende „spirituelle Mehrwert“, zu dem die inspirierende Atmosphäre in Speyer ihren Teil beiträgt, sind etwas, das ich nicht mehr missen möchte.

 

Nochmals vielen lieben Dank und herzliche Grüße

Mouna Rappold

 



 

 



Zeitschrift Sternzeit August 2011
Bericht über das 4. Jahrestreffen in Speyer vom 02.06. - 05.06.2011
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